Das passende Kulturmedium

Die Wahl eines passenden Kulturmediums ist eine nicht zu unterschätzende Grundlage, und das im wahresten Sinne des Wortes.

Egal ob organischen oder anorganischen Ursprungs, die passende Wahl steht und fällt mit dem Verständnis über die verschiedenen Materialitäten, mit den gesetzten Anbauzielen sowie den vorhandenen Zeitkontingenten für Bewässerung und Pflege des Anbaus.

Im Folgenden werden einmal die wichtigsten Medien im substratbasierten Anbau, d.h. mit festen Medien wie bspw. Erde, Kokos oder Steinwolle), kurz vorgestellt. 

Muttererde (organisch)

Die gute alte Erde ist für manche Heimanbauer das einzig wahre Kultursubstrat. Die allgemeine, globale Verfügbarkeit von Mutter- oder Pflanzerde und das intrinsische Gefühl, das es sich einfach "richtig" anfühlt Pflanzen in Erde zu kultivieren. So hat es die Menschheit seit der Sesshaftwerdung vor ca. 12.000 Jahren schon mehr oder weniger immer getan.
In Erde können, wie in der Natur, Samen keimen aber auch geschnittene Stecklinge Wurzeln ausbilden. Im rein biologischen Anbau bildet sich ein sog. Bodennahrungsnetzwerk zwischen in der Erde natürlich vorkommenden Mikroorganismen (Insekten, Pilzen, Bakterien) und den Pflanzen aus. Bei perfekter Symbiose stellen die Pflanzen den Mikroorganismen (MO) Nährstoffe wie bspw. Zucker zur Verfügung. Im Gegenzug erhalten die Pflanzen durch die MO aufbereitete d.h. verfügbar gemachte Nährstoffe. Dieser werden aus den organischen Substanzen in der Erde über die Zersetzungsprozesse durch die MO verfügbar gemacht. Im biologischen Anbau setzt man bspw. auch beim sog. "Living-Soil"-Prinzip genau auf diesen Mechanismus. Man düngt nicht die Pflanze sondern ernährt die MO im Boden, welche wiederum den Pflanzen die richtigen Nährstoffe in der benötigten Menge zur Verfügung stellen. Dieses System ist robust und verzeiht auch einige Fehler. Gerade deshalb ist Erde das ideale Kultursubstrat für den beginnenden Cannabis-Anbauer.
Wichtigste Vorteile der Erde:
 - Sie puffert den pH-Wert über größerer Bereiche.
 - Sie liefert i.d.R. ein gutes Wasseraufnahmevermögen.
 - Sie ist sowohl für organische als auch rein mineralische Dünger geeignet.
Wichtigste Nachteile:
 - Oft werden mit der Erde auch Schädlinge in die Anbaufläche gebracht.  - Die Herkunft und Art der verwendeten Rohstoffe wie  bspw. von Torfen werfen umwelttechnisch immer wieder Fragen der Nachhaltigkeit auf.

Kokosfasern (organisch), aka. "Kokuserde "

Bei der sog. "Kokoserde" handelt es sich nicht um Erde im eigentlichen Sinne, sondern um ein Substrat aus Kokosfasern. Kokosfasern stammen von der äußeren Hülle der Kokosnuss und bieten eine umweltfreundlichere Alternative bspw. zur Gruppe der Torferden. 

Vorteile von Kokosfasern im Vergleich zu Erde:
 - eine verbesserte Sauerstoffzufuhr zu den Wurzeln 
 - eine hervorragende Drainagefähigkeiten
 - nahezu steriles organisches Medium. 
 - in verschiedenen Formen erhältlich, darunter lose Fasern ("Kokoserde"), gepresste Blöcke und vorgefertigte Töpfe

Herausforderungen von Kokosfasern im Vergleich zu Erde:
 - natürliche Schadstoffe sowie herstellungsbedingte Verunreinigungen bspw. durch Salze machen oft ein gründliches Spülen der Rohstoffe gerade vermeidlich sehr günstiger Anbieter notwendig
 - meist müssen die relativ trockenen Kokosfasern, vor allen Dingen in Form der Fasermatten, vor der Nutzung als Pflanzsubstrat intensiv gewässert werden.

Einige Produkte sind bereits vorgewaschen und gepuffert, was den Vorbereitungsprozess vereinfacht.

Hydroponische Standard - Steinwolle (anorganisch)

Die Steinwolle ist in den letzten Jahren und Jahrzehnten zum beliebtesten Substrat für den professionellen Cannabis Anbau geworden. Sie ist zwar ein vergleichsweise aufwendiges Kultivierungsmedium, doch bietet sie viele Vorteile für den professionellen Anbau. Insbesondere für Hydroponische Systeme ist die Steinwolle als Nährmedium bestens geeignet.
Die Hauptvorteile der Steinwolle als Substrat sind folgende:
 - Es hat ein großes Wasserrückhaltevermögen, was immer ein Vorteil bei Strom- oder Geräteausfällen ist, und hält zugleich ausreichend Luft (bis zu 25 Vol.-%) im Wurzelsystem
 - Es ist in vielen verschiedenen Größen und Formen (von 1-Zoll-Würfeln bis hin zu riesigen Platten) für verschiedene hydroponische Anwendungen erhältlich.
 - Steinwolle ist steril und langlebig, sie fällt nicht leicht auseinander oder bricht zusammen.
Die Hauptnachteile der Steinwolle als Substrat:
 - Sie ist anfällig für pH-Verschiebungen, die eine kontinuierliche Überwachung der pH-Werte Ihres Systems erforderlich machen.
 - geringe Pufferkapazität für Wasser und Nährstoffe. Der Wasserfluss zu den Pflanzenwurzeln kann behindert werden, selbst wenn der Wassergehalt scheinbar hoch ist.
 - Die Fasern der Steinwolle können, vor allem bei unsachgemäßer Behandlung, lungengängig sein und damit ein respiratorisches Gesundheitsrisiko darstellen!
 - Für die Umwelt stellt die Verwendung eine besondere Herausforderung dar, da Steinwolle als unverottbares anoranisches Material in der Masse ein Müllproblem schafft.

Klimamanagement im Substrat: 
Perlite, Vermiculite, Blähton (anorganisch)

Perlite (aufgeschäumtes vulkanisches Glas),
Vermiculite (aufgeschäumtes Glimmerschiefer (Mineral)) und
Blähton (gebrannter Ton) sind drei mineralische, anorganische Substrate, die generell häufig im Gartenbau Verwendung finden 
Sie sind grundsätzlich leichte, hochporöse, sterile Materialien mit einem neutralen pH-Wert
Sie unterscheiden sich in Struktur, Wasserhaltevermögen und Einsatzbereichen.

Ihre Hauptanwendungsgebiete in der Cannabiskultivierung sind zwei Bereiche:
 - als Zuschlagstoffe zur Verbesserung der Belüftung und des Wasser- sowie Nährstoffmanagements für die Grundsubstrate wie bspw. Erde und Kokosfasern
 - als Hauptsubstrat in Anwendungen, wo möglichst sterile Materialien benötigt werden, vor allem für Hydrokulturen

Bildquellen: Eigenaufnahmen © Christian Schäffer 2024/25; https://pixabay.com/; https://unsplash.com/de; https://www.pexels.com/de-de/

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