Der "richtige" Dünger, und die Philosophie dahinter

Cannabis ist eine schnellwachsende Blütepflanze und passt sich den gegebenen Umweltbedingungen relativ gut an. Sie kann bei optimalen klimatischen Bedingungen, Lichtverhältnissen und nicht zuletzt eines idealen Nährstoffangebots im Substrat förmlich "explodieren" und mehrere Meter in die Höhe wachsen. 
Entsprechend dieses Potenzials, ist auch die Produktion von Blüten in Mengen und Qualität stark vom Nährstoffangebot abhängig. Wo es nur unzureichend oder die falschen  Nährstoffe zur falschen Zeit gibt, wird Cannabis meistens trotzdem überleben, aber nicht performen können!

Grundsätzlich muss für eine optimale Ausnutzung des genetischen Potenzials der Pflanze eine Nährstoffzufuhr durch den Gärtner erfolgen. Diese kann grundlegend auf zwei verschiedene Weisen erfolgen:
 - primäres Düngen der Pflanze mit sofort verfügbaren mineralischen Nährlösungen
 - sekundäres Düngen des Bodenlebens sprich der Mikroorganismen (MO) im Kulturmedium, welche zeitversetzt durch Verstoffwechselung pflanzenverfügbare Nährstoffe freisetzen (i.d.R. nur in organischen Substraten mit Bodenleben möglich)
 - Hybridformen zwischen primären und sekundärem Düngen sind in bestimmten Bereichen möglich und stehen zunehmend im Fokus einiger Düngemittelhersteller

Mineralisches Düngen

Mineralische Dünger bestehen i.d.R. aus synthetischen  präzise abgewogenen Mikro- und Makronährstoffen, womit Sie ihre Pflanzen präzise und gezielt düngen können. Da es sich im Wesentlichen um gelöste Mineralsalze (+ ggf. biologisch Additive wie Vitamine, Aminosäuren o.ä.) handelt, stehen die Nährstoffe der Düngemittel den Pflanzen unmittelbar zur Verfügung. Ohne eine zeitliche Verzögerung können die Cannabispflanzen dann diese Nährsalze aufnehmen
Das ist bspw. zum Ausgleich eines Nährstoffmangels wichtig, da schnell für Abhilfe gesorgt werden sollte, bevor große Schäden entstehen. Ebenso laufen Sie jedoch mit mineralischen Düngern schnell Gefahr, zu überdüngen und bspw. Nährstoffbrände auszulösen. Dafür sind diese Dünger in der Regel günstig und einfacher anzuwenden.

Organisches Düngen

Bei organischen Düngern notwendige pflanzenverfügbare Mineralien und Nährstoffe erst durch biologische Prozesse im Boden freigesetzt. Mikroorganismen machen sich daran, die Nährstoffe für die Pflanze verfügbar zu machen. Hieraus resultiert bspw. eine zeitliche Verzögerung: Nach der Düngung vergehen bis zu zwei Wochen, bis die Pflanze die Nährstoffe in ausreichender Menge aufnehmen kann. Dafür ist die Gefahr einer Überdüngung sehr gering, da das mikrobiologische Leben eine gewisse Pufferfunktion aufweist. Durch Kommunikationsprozesse mit der/den Pflanze/n kann das Bodennahrungsnetzwerk auch auf ihren aktuellen Nährstoffbedarf reagieren, sofern er selbst ausreichend versorgt ist und bleibt.
Auch der pH-Wert im biologisch aktiven Substrat ist relativ stabil und nur schwer aus dem Gleichgewicht zu bringen, da die Mikroorganismen diesen auch abpuffern. Gleichzeitig können die Kleinstlebewesen der sog. Mesofauna wie Springschwänze, Milben etc. die Erde auflockern und verbessern die Wachstumsbedingungen. So können die Wurzeln bspw. besser Nährstoffe aufnehmen und sich stärker im Boden verankern.

Hybrides Düngen

Hybrid-Dünger kombinieren mineralische (synthetische, schnell wirksame) Nährstoffe mit biologischen bzw. organischen Komponenten (z. B. Kompost, Pflanzenreste, Mikroben, Huminstoffe). Dadurch liefern sie einerseits sofort verfügbare Nährstoffe und andererseits langfristige Bodenverbesserung und stabile Nährstoffnachlieferung.
Prinzipiell möchte man hier die Vorteile aus dem mineralischen und biologischen Düngen nutzen. Die Anwendung kann gut funktionieren, bedarf aber eines besonderen Know-Hows und ggf. weiterer Regulationspräparaten, wenn es bspw. zu Überdüngungen mit pH-Wertverschiebungen kommt.

Bildquellen: Eigenaufnahmen © Christian Schäffer 2024/25; https://pixabay.com/; https://unsplash.com/de; https://www.pexels.com/de-de/

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