

Lichttechnik
In der Pflanzenkultivierung spielt die eingesetzte Lichtquelle eine essenzielle Rolle. Dabei ist das verwendete Licht gerade im Cannabisanbau noch einmal besonders wichtig, da es nicht zuletzt zentral über die Wuchsform, -geschwindigkeit sowie Quantität also auch Qualität der Blütenbildung entscheidet.
Nur die richtige Auswahl des passenden Lichtspektrums in entsprechender Leistung zur aktuellen Lebensphase der Pflanze (Keimung, vegetative & generative Phase) führt, neben optimalem Klima- sowie Nährstoffbedingungen, zu maximal möglichen Erträgen.
Die angewandte Lichttechnik hat sich in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt. Wurden noch vor gut über 10 Jahren vorwiegend Gasentladungslampen (HID - High Intensity Discharge) benutzt, so setzt man seit einiger Zeit immer mehr auf Hochleistungs-LED-Technik verschiedener großer Dioden- sowie diverser Lampen-Hersteller.
Die Vorteile der immer erschwinglicher und leistungsfähiger werdenden LEDs in der Pflanzenkultivierung liegen u.a. in der höheren Lichteffizienz im Verhältnis zur eingesetzten Energie (Strom). Man spricht hierbei von besseren Werten von "Lichtmenge"/Watt. Dies kann über verschiedene Lampen-Lichtwerte wie bspw. PPF/PPFD/DLI, Lumen oder Lux ermittelt bzw. verglichen werden. Dies führt in der Realität auch zu einem weiteren großen Vorteil der LED- gegenüber HPS-Lampen: Die Abwärme ist deutlich geringer, was zu i. Allg. günstigeren Klimabedingungen führt.


Hochdruckentladungslampen - Die Klassiker
Metallhalogendampflampen (MH)
Metallhalogendampflampen erzeugen ein kühles, weiß-bläuliches Lichtspektrum, das dem natürlichen Frühjahrssonnenlicht ähnelt. Dieses Spektrum unterstützt im Allgemeinen kompaktes, kräftiges vegetatives Wachstum, da es die Bildung kurzer Internodien fördert. In der professionellen Pflanzenkultur werden sie häufig in der Anzucht- und Wachstumsphase eingesetzt. Ihr Licht wirkt insgesamt strukturfördernd und unterstützt die Entwicklung eines stabilen Pflanzenaufbaus.
Natriumdampflampen (HPS - "High Pressure Sodium")
Hochdrucknatriumdampflampen erzeugen ein warm-gelbliches bis rötliches Licht, das an spätsommerliche Sonnenstrahlung erinnert. Dieses Spektrum begünstigt in der Gartenbaupraxis typischerweise Blüten- und Fruchtbildungsprozesse. HPS-Lampen werden daher oft in späteren Entwicklungsphasen genutzt, wenn der Schwerpunkt auf der generativen Entwicklung liegt. Sie sind zudem für ihre sehr hohe Lichtausbeute bekannt, was sie lange Zeit zu Standardlampen in großen Gewächshäusern machte.

LED-Anbaulampen -
Technik der Gegenwart
Die LED-Lichttechnik ist sowohl in der professionellen wie auch in der privaten Cannabiskultivierung nicht mehr wegzudenken.
Durch immer höher entwickelte, verschieden-monochromatischen Power-LEDs von Herstellern wie bspw. Signify, Samsung oder OSRAM, welche speziell für die Pflanzenkultivierung in Emissionsspektrum sowie -leistung optimiert wurden und werden, hängt die LED- die klassische HPS-Lampe immer weiter ab.
Die Hauptvorteile liegen in den i.d.R. deutlich geringeren Anschaffungs- und vor allen Dingen Unterhaltskosten (effizienter bei gleichem Stromverbrauch + längere Lebensdauern der Leuchtmittel). Durch die deutlich höhere Effizienz in der Lichtemission pro eingespeistem Watt (ca. 2-3 fach im Vergleich mit HPS), ist zudem auch die oft unliebsam hohe Abwärme der Lichtmodule um ähnliche Größenordnungen geringer.
HPS-Lampen haben ein festes Spektrum, was mit zunehmender Lebensdauer variieren kann. Möchte man das Spektrum abändern, um bspw. ein anderes Licht für eine andere Wuchsphase der Pflanze zu realisieren, muss man das Leuchtmittel wechseln. Ferner kann der Leistungsverlust nach entsprechender Betriebsdauer bis zu 20% betragen.
Moderne Anbaulampen mit LED-Technik sind mit verschiedenen monochromatischen LEDs bestückt und gesteuert. Es sind dadurch oft mehrere mögliche Spektren über eine Controller-Einheit auswählbar, wobei dazu einfach bestimmte LED-Gruppen zu- bzw. ausgeschaltet werden.

